"Ich hätte da mal ein paar Fragen:
Also das SEK erschießt CSD-Tatverdächtigen Abdul Ballout bei der Festnahme in letzter Not...Stundenlange Observation, massive Übermacht, volle Ausrüstung – und am Ende trotzdem ein toter Verdächtiger ???
Ist das der neue Status quo deutscher Spezialeinheiten?
Ein Spezialeinsatzkommando observiert über Stunden eine Gartenlaube in Berlin-Spandau, plant den Zugriff, bestimmt Zeitpunkt und Vorgehen und rückt schließlich mit jener personellen und technischen Überlegenheit an, die für besonders gefährliche Lagen vorgesehen ist.
Dann soll der 21-jährige Abduli mit seinem scharfen Messer auf die Einsatzkräfte losgegangen sein, woraufhin Schüsse fallen und der wichtigste Tatverdächtige stirbt.
Und da soll man ernsthaft keine Fragen stellen?
Natürlich ist ein Messer kein Spielzeug, und natürlich kann ein Angreifer damit binnen Sekunden töten.
Aber wir sprechen hier eben auch nicht von zwei überraschten Streifenbeamten in einem dunklen Hausflur, sondern von gut ausgebildeten, schwer geschützten und zahlenmäßig überlegenen Spezialkräften, die sich stundenlang auf genau diesen Zugriff vorbereiten konnten.
Und dann soll dieses eine Messer die gesamte taktische Kunst deutscher Elitepolizei augenblicklich auf die schlichte Alternative reduziert haben: entweder wir oder er?
Schilde, Distanz, Blendmittel, Zugriffsteams, Schutzkleidung, präzise Planung – offenbar alles eindrucksvolles Zubehör, solange kein 21-Jähriger mit einem Messer auftaucht.
Dann wird aus der Spezialeinheit binnen Sekunden eine Gruppe, der angeblich nur noch der tödliche Schuss bleibt.
Vielleicht war es ja tatsächlich so.
Vielleicht war die Gefahr unmittelbar, die Entfernung gering und jede andere Reaktion zu langsam.
Nur müsste genau das lückenlos belegt werden, statt der Öffentlichkeit die praktische Kurzfassung „Messer gezogen, geschossen, erledigt“ vorzusetzen.
Denn mit Ballout starb nicht nur ein Tatverdächtiger, sondern auch derjenige, der zu Motiven, Kontakten, möglichen Helfern, behördlichen Erkenntnissen und übersehenen Warnzeichen hätte ausplaudern können.
Und dann drängt sich jene ausdrücklich unbelegte Verschwörungstheorie auf, die man eigentlich gar nicht denken möchte:
War ein toter Verdächtiger am Ende womöglich bequemer als ein lebender, der hätte erzählen können, was Behörden wussten, was sie übersahen und wer politisch unangenehme Fragen hätte beantworten müssen?
Dafür gibt es natürlich keinen Beleg.
Aber wer solche Spekulationen aus der Welt schaffen will, muss mehr liefern als Floskeln.
Wie groß war die Entfernung?
Wie viele Schüsse fielen?
Welche nicht tödlichen Mittel standen bereit?
Gab es Aufnahmen?
Und weshalb konnte ein stundenlang vorbereiteter SEK-Zugriff nur mit dem Tod des Gesuchten enden?
Ist das wirklich der Status quo?
Ich frage nur für einen Freund."
- Michael Münch
Muslim-Markt-Kanal